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HOLZHAUSENSCHLÖSSCHEN: „From the Underground“ – Fabrik Quartet
Voraushören – eine Kammermusikreihe der HfMDK zu Gast bei der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen
Eintritt € 16,- (Parkett, Reihe 1-5) / € 11,- (Parkett, Reihe 6 und Fensterbänke) / € 6,- (Empore, eingeschränkte Sicht)
(2028. Bürgerkonzert)
Programm
Alex Paxton (* 1990)
Florridhorrid (2022)
Bernhard Gander (* 1969)
Khul (2013)
James Dillon (1950)
Streichquartett Nr. 5 (2009)
Milica Djordjevic (* 1984)
„The Death of the Star-Knower I & II“ (2008/09)
Besetzung
Fabrik Quartet
Federico Ceppetelli, Violine
Muzi Lyu, Violine
Jacobo Elio Díaz Robledillo, Viola
Elena Cappelletti, Violoncello
Zum Programm
Das vorgeschlagene Programm untersucht, wie sich zeitgenössische Musik nicht nur in Kontinuität mit der klassischen Tradition entwickeln kann, sondern auch durch Einflüsse aus Rock, Jazz, Folk und verschiedenen „Underground“-Musikkulturen. Wir finden es besonders spannend zu beobachten, wie verschiedene Komponistinnen und Komponisten Elemente aus unterschiedlichen musikalischen Traditionen in das Format des Streichquartetts integrieren. Im Streichquartett von Milica Djordjevic etwa entsteht durch den Einsatz von Balkan-Folklore eine eigenständige rhythmische und melodische Sprache. Alex Paxton hat einen sehr persönlichen Stil entwickelt, der auf seiner Erfahrung als Jazzmusiker und Improvisator basiert. In Matthew Ganders Kuhl Streichquartett ist der Einfluss von Rockmusik kraftvoll und unüberhörbar. James Dillon hingegen verschmilzt traditionelle Musik und Rockelemente auf eine Weise, die die Grenzen zwischen zeitgenössischer Kunstmusik und populärer Kultur auflöst.
Alex Paxton, Florridhorrid (2022): In einer Explosion aus Farben, Verzerrungen und absurden Klangbildern führt Alex Paxton das Quartett in unerhörte Territorien. Sein Stil – beeinflusst von Free Jazz, Microtonalität, digitalem Noise, Funk, Videospielmusik und Cartoons – ist hyperaktiv, verspielt und hochpräzise zugleich. Hinter dem Übermaß verbirgt sich eine feine kompositorische Struktur, die populäre und improvisierte Musik in eine neue, radikal persönliche Klangsprache überführt.
Bernhard Gander, Khul (2013): Bernhard Gander überschreitet in seiner Musik bewusst die Grenzen klassischer Klangwelten. In Khul verschmelzen Einflüsse aus Metal, Techno, Rap und Noise zu einem explosiven Klangkörper: Das Streichquartett wird zu einem pulsierenden, energiegeladenen Organismus – wie ein Metal- Konzert im Kammermusiksaal. Gander steht exemplarisch für die Verbindung von rockiger Energie und zeitgenössischer Kompositionskunst.
James Dillon, Streichquartett Nr. 5 (2009): James Dillon, 1950 in Glasgow geboren, gilt als eine der zentralen Figuren der sogenannten New Complexity, einer Kompositionsrichtung, die rhythmische Vielfalt, klangliche Dichte und strukturelle Präzision betont. Bevor er sich der Kunstmusik zuwandte, sammelte Dillon als Autodidakt Erfahrungen im Rock, Jazz, in elektronischer Musik sowie in außereuropäischen Traditionen – Einflüsse, die auch in seinem Streichquartettschaffen spürbar sind: Raffinierte formale Strenge trifft auf klangliche Freiheit und eine experimentierfreudige Klangsprache.
Milica Djordjević, The Death of the Star-Knower I and II (2012-2015): Mit Wurzeln im Metal, Industrial und Noise prägt Djordjevićs Musik ein Gespür für extreme klangliche Spannung und expressive Gestik. Das Streichquartett wirkt hier wie ein atmender, eruptiver Körper: voller Geräusche, Stille, Energie und Fragilität. Der Titel evoziert kosmische Bilder, die Musik aber bleibt körperlich, intensiv und unmittelbar.