- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Frankfurter Naturkunden: Wie ich ein Baum wurde
Den Bäumen geht es schlecht. Im Frankfurter Stadtwald sind 98 Prozent der Bäume krank oder tot. Etwa 75 Prozent der überlebenden können sich nicht mehr erholen. Hitze und Dürre haben ihnen zugesetzt. Vor allem Buchen und Fichten leiden, aber auch Eichen. Bäume waren vielen Völkern heilig: die Eiche den Kelten, die Esche den Germanen, der Lorbeer den Griechen. Er war dem Sonnengott Apoll geweiht, denn die von ihm begehrte Nymphe namens Daphne hatte sich auf der Flucht vor ihrem stalkenden Verehrer in einen Lorbeerbaum verwandelt. „Wie ich ein Baum wurde“ heißt ein Buch der indischen Autorin Sumana Roy, das im Matthes & Seitz Verlag erschienen ist und uns mit der indischen Wahrnehmung von Bäumen und Wald bekannt macht. So hat der indische Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore Menschen nicht für wichtiger erachtet als Bäume und ebendiese als Freunde und Nachbarn betrachtet. Die Rezitatorin und Sprecherin Birgitta Assheuer wird das Buch an diesem Abend vorstellen. Danach spricht der Forstwissenschaftler und Soziologe Johannes Litschel über die Wahrnehmung des Waldes im Lauf der Kulturgeschichte.
Claudia Schülke