Soziales
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Faktencheck: Was plant die Stadt an der Homburger Landstraße 5?
Am Montagabend informierten Vertreter*innen der Stabsstelle Unterbringung und des Deutschen Roten Kreuzes die Anwohner*innen zu dem geplanten Bauvorhaben an der Homburger Landstraße 5. Gegenüber der Friedberger Warte sollen Wohneinheiten für Menschen entstehen, die in Frankfurt sonst keine Wohnung finden. Wie der derzeitige Planungsstand ist, haben wir für euch im Folgenden zusammengefasst.
Was genau soll auf dem Gelände gebaut werden?
Entstehen sollen zwei Gebäude mit insgesamt 73 Wohneinheiten zwischen 12 und 78 Quadratmetern. Jede der Wohnungen verfügt über eine eigene Küche und ein eigenes Bad.
Wer soll dort einziehen?
Die Unterkünfte sind für Personen gedacht, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Wohnung erhalten – darunter Geflüchtete, aber auch Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Wohnung verloren haben und denen anderenfalls die Obdachlosigkeit droht. In die Unterkunft an der Homburger Landstraße 5 sollen hauptsächlich Familien mit bis zu drei Kindern einziehen. Für Einzelpersonen sind lediglich 12 Wohneinheiten vorgesehen. Es handelt sich dabei um Frankfurterinnen und Frankfurter, die bereits seit längerer Zeit in unserer Stadt leben und bislang anderweitig untergebracht waren, die also bereits in Frankfurt verwurzelt sind und auch schon deutsch sprechen. Insgesamt werden ca. 250-270 Menschen erwartet.
Ist eine weitere Unterkunft überhaupt erforderlich?
Auf jeden Fall! Aktuell leben in Frankfurt 9450 geflüchtete Menschen, dazu kommen Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Wohnung verlieren und denen ansonsten die Obdachlosigkeit drohen würde. Leider lässt die derzeitige Weltlage nicht darauf schließen, dass Menschen in Zukunft nicht mehr aus ihrer Heimat fliehen müssen. Wöchentlich kommen derzeit ca. 20 Menschen nach Frankfurt. Sie sollen möglichst dezentral untergebracht werden, das heißt in Unterkünften, die gleichmäßig über das ganze Stadtgebiet verteilt sind – nicht in Massenunterkünften und möglichst auch nicht länger in Hotels. Die rund 100 Unterkünfte, die die Stadt zur Zeit betreibt, konzentrieren sich allerdings tendenziell im Innenstadtbereich und in den südlichen Stadtteilen. Im Nordend gibt es derzeit nur eine einzige Unterkunft, was auch daran liegt, dass es nicht einfach ist, potentiellen Wohnraum überhaupt zu finden.
Wie ist der aktuelle Stand des Vorhabens und wie sieht die weitere Planung aus?
Der Abriss der ehemaligen Bebauung ist bereits erfolgt; die Baugenehmigung für die geplanten Gebäude steht aktuell noch aus. Fertiggestellt werden sollen diese bis zum Herbst 2027, so dass im Winter 2027/28 die neuen Bewohner*innen einziehen können.
Wie werden die Bürgerinnen und Bürger weiter beteiligt?
Da die Stadt gesetzlich dazu verpflichtet ist, Unterkünfte bereitzustellen, haben die Anwohnenden kein Einspruchs- und Mitgestaltungsrecht. Bevor die Wohnungen bezogen werden, erhalten jedoch alle Interessierten die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen. Das Deutsche Rote Kreuz, das als Trägerin die Unterkunft betreiben wird, lädt außerdem alle Bürgerinnen und Bürger dazu sein, sich ehrenamtlich einzubringen und zu engagieren – Möglichkeiten dazu gibt es zahlreiche!


