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Ein Ort der kulturellen Vielfalt und der Begegnung – Die DENKBAR stellt sich vor

Tindern, daten, One-Night-Stands – aber was ist, wenn echte Gefühle ins Spiel kommen? Wie schafft mann es, in einer wie auch immer gearteten Beziehung seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen? Und was heißt Männlichkeit überhaupt? Zwei ganz unterschiedliche Männer lässt Schriftstellerin Doris Lerche in ihren Texten zu Wort kommen und für uns ihr Innerstes nach außen kehren. Zwischen den einzelnen Textpassagen fängt Nestor Benitez Prado die Stimmung mit seinem Saxophon gekonnt ein. 

Mit diesem stimmungsvollen Abend meldete sich der Verein Denkbar e.V. Ende März aus dem Corona-Lockdown zurück. Ab sofort öffnet das kleine Häuschen in der Spohrstraße 46a seine Türen wieder an (fast) jedem Abend. Seit 2011 ist das Kulturcafé hier zu finden; zuvor hatte es die Denkbar bereits einmal einige Jahre lang in der Schillerstraße gegeben. 

Die Räumlichkeiten teilt sich der 2012 gegründete Verein mit Aquiles Vilagrasa. Der Filmschaffende mit deutschen und katalanischen Wurzeln und selbsternannte „Maitre de Plaisir“ der Denkbar gestaltet das Programm an den Mittwochen, Freitagen und Samstagen; dienstags, donnerstags und sonntags zeichnet der Verein Denkbar e.V. für die kulturelle Gestaltung verantwortlich. Während Aquiles schwerpunktmäßig auf musikalische Programmpunkte setzt, kombiniert der Verein konzertante, literarische und gesellschaftspolitische Veranstaltungen. Anspruch ist, so heißt es auf der Webseite, die Denkbar zu einem Ort der kulturellen Vielfalt, der Begegnung und des Austausches zu machen und Themen aus Philosophie, Literatur, Naturwissenschaften, Musik, Film, Bildender und darstellender Kunst in kreativen Gruppen zu entfalten. Vor allem Frankfurter Künstler*innen und Verlage stehen dabei im Mittelpunkt, denn „Frankfurt ist Literaturstadt“, sagt Till Lieberz-Groß, die den Verein gemeinsam mit Doris Lerche und Jacqui Schmidt leitet. So beteiligt sich die Denkbar an der jährlich stadtweiten Lesereihe „Frankfurt liest ein Buch“, organisiert Ausstellungen und lädt Zeitzeug*innen aus der Mitte der Frankfurter Stadtgesellschaft ein. Ohne viel Herzblut und Leidenschaft wäre die Denkbar gar nicht „denkbar“, denn anders als Aquiles, der seinen Anteil des Kulturprojektes hauptberuflich betreibt, arbeiten die rund 30 Mitglieder des Vereins Denkbar e.V. allesamt ehrenamtlich. 

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen haben den Vereinsmitgliedern dabei immens zu schaffen gemacht, denn vor allem im ersten Jahr der Pandemie 2020 konnte die Denkbar insgesamt nur drei Monate lang öffnen. Das bedeutete nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen finanziellen Verlust, denn neben den Mitgliedsbeiträgen, die mit 60 Euro pro Jahr überschaubar sind und Fördermitteln der Stadt Frankfurt, des Landes Hessen, der Polytechnischen Gesellschaft sowie der Stiftung Citoyen finanziert sich die „Denkbar“ vor allem aus Spenden, die anstelle von festen Eintrittsgeldern während der Veranstaltungen gesammelt werden sowie aus der Vermietung der Räumlichkeiten an Vereine, Organisationen und Privatleute. 

Es bleibt daher zu hoffen, dass die Arbeit der Denkbar in Zukunft ohne erneute Einschränkungen weitergehen kann. Der Verein hat schließlich noch einige Pläne für dieses Jahr: So wird Stadtführer Christian Setzepfand am 05. Mai im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“ virtuell an die Schauplätze von Irmgard Keuns Roman „Nach Mitternacht“ führen. Und auch zur Buchmesse im Oktober sind bereits Veranstaltungen geplant: Passend zum diesjährigen Gastland Spanien wird die Denkbar dann Fotografien von Flamenco-Musiker*innen zeigen. Noch bis Ende Mai zieren die ikonischen Plakate (unter anderem die berühmte Sonne, mit der die IG Metall Anfang der 80er Jahre für die 35-Stunden-Woche warb) des Frankfurter Künstlers Wilhelm Zimmermann die Wände der Denkbar. 

Bis auf Weiteres finden alle Veranstaltungen unter 3-G-Bedingungen statt – wenn ihr teilnehmen wollt, müsst ihr also geimpft, genesen oder getestet sein. 

Mehr über die Denkbar und das aktuelle Programm findet ihr unter www.denkbar-ffm.de Hier könnt ihr euch auch für den Newsletter sowie die einzelnen Veranstaltungen anmelden. Der Verein freut sich immer über neue Mitglieder oder auch über Spenden – auch dazu findet ihr auf der Webseite alle nötigen Infos.

Wenn ihr die Räumlichkeiten der Denkbar für eure Geburtstags-, Firmen- oder Familienfeier mieten wollt, könnt ihr euch unter info@denkbar-ffm.de oder 069/55 44 44 mit den Betreiber*innen in Verbindung setzen. 

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